Das Office C fungiert als Brücke zwischen der wissenschaftlichen Gemeinschaft und politischen Entscheidungsträgern. Seine Aufgabe besteht darin, Experten zuzuhören, Studien zu relevanten Themen — wie Klima, Wasser oder Schädlingen — zu analysieren und diese Informationen den Abgeordneten in Form klarer und verständlicher Zusammenfassungen zu vermitteln. Ziel ist es, dass die Gesetzgebung wissenschaftliche Erkenntnisse berücksichtigt und nicht nur Meinungen.
Am 30.10.2025 veröffentlichte es den Bericht „Dürre in Spanien“, ein Dokument, das im Kern aufzeigt, dass die Dürre zu einer der größten Herausforderungen für die spanische Landwirtschaft geworden ist. Analysiert wird, wie unregelmäßige Niederschläge, steigende Temperaturen und der Druck auf die Wasserressourcen die Verwundbarkeit des Agrarsektors erhöhen. Darüber hinaus bietet der Bericht einen umfassenden Überblick über das Risiko, seine Auswirkungen und die notwendigen Strategien zur Stärkung der Resilienz des ländlichen Raums.
Es handelt sich um die bislang umfassendste Bewertung eines der bedeutendsten klimatischen Risiken, mit denen unser Land konfrontiert ist. Sie können den vollständigen Bericht im PDF-Format hier herunterladen: https://oficinac.es/sites/default/files/informes/2025_10_30_InformeC-Sequia-oficinac-fecyt-congreso.pdf
Bei BrioAgro heben wir acht zentrale Handlungsfelder für die Zukunft der Landwirtschaft und der Tierhaltung hervor, die aus diesem Bericht abgeleitet sind:
- Effektive Modernisierung der Bewässerung: Einführung von Beregnungs- oder Tröpfchenbewässerung in Verbindung mit einer realen Reduzierung der Wasserzuteilungen und ohne Ausweitung der bewässerten Fläche; Überprüfung der Wasserrechte, um sicherzustellen, dass die Einsparungen tatsächlich wirksam sind.
- Präzisionslandwirtschaft und Digitalisierung: Sensoren, Drohnen, GIS, IoT und künstliche Intelligenz zur Anpassung von Bewässerung, Düngung und Bewirtschaftung an den tatsächlichen Bedarf der Kulturen.
- Dürretolerantere Sorten und Kulturen: Förderung der genetischen Verbesserung mit Fokus auf Wasserstress sowie Erhaltung pflanzengenetischer Ressourcen und wildlebender Verwandter als strategische Reserve.
- Agroökologische und regenerative Praktiken: Agroökologie, regenerative Landwirtschaft, Agroforstwirtschaft, Zwischenfrüchte, Fruchtfolgen, Diversifizierung der Kulturen und Einsatz nützlicher Mikroorganismen zur Verbesserung der Bodenqualität, des Humusgehalts und der Wassernutzungseffizienz.
- Veränderung des Produktionsmodells: Förderung weniger wasserintensiver Kulturen, Anpassung der Aussaatkalender und Diversifizierung der Einkommensquellen (z. B. Agrotourismus), um die wirtschaftliche Verwundbarkeit zu verringern.
- Neubewertung der bewässerten Flächen: Anstoß einer nationalen Debatte über deren zukünftigen Umfang, mit dem Ziel, ein Gleichgewicht zwischen Rentabilität und Resilienz zu finden und den mit der Modernisierung verbundenen „Rebound-Effekt“ zu vermeiden, sofern der Gesamtverbrauch nicht sinkt.
- Spezifische Maßnahmen für die Tierhaltung: Effiziente Tränkesysteme, Nutzung von Regenwasser, extensive Weidehaltung und an Dürre angepasste Futterpflanzen zur Reduzierung des Wasserverbrauchs und zum Erhalt von Ökosystemleistungen.
- Ökonomische und agrarpolitische Hebel: Dürreversicherungen (einschließlich Ernte- bzw. Weideausfällen), finanzielle Anreize, Öko-Regelungen der GAP sowie die Überprüfung von Wasserrechten, um Entscheidungen in Richtung größerer Wasserresilienz zu lenken.

Eine weitere detaillierte Analyse dieses Berichts finden Sie unter: https://www.plataformatierra.es/actualidad/sequia-y-sector-agrario-un-informe-parlamentario-plantea-el-debate-sobre-el-futuro-del-regadio-espanol


